Verurteilung des Verbots der geplanten Mahnwache

Pressemitteilung vom 02.04.2026

Organisator*innen der „Kufiyas in Buchenwald“ Kampagne verurteilen Verbot der geplanten Mahnwache. Rechtliche Schritte geplant.

Den Organisator*innen der Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ wurde von der Versammlungsbehörde in Weimar verboten, eine fĂŒr den 12. April an der GedenkstĂ€tte angemeldete Mahnwache durchzufĂŒhren. Die Gruppe, zu der mehrere jĂŒdische und antifaschistische Organisationen gehören, erklĂ€rt, die Versammlung habe zum Ziel gehabt, der Opfer von Völkermord und Faschismus zu gedenken, den Schwur von Buchenwald zu ehren und die grundlegende Pflicht zum Kampf gegen alle Formen des Völkermords zu bekrĂ€ftigen, insbesondere gegen den derzeit in PalĂ€stina stattfindenden Völkermord. Am 30. MĂ€rz ging jedoch ein schriftliches Verbot der Polizei ein – ein Verbot, gegen das die Kampagnenleiter vor Gericht vorgehen wollen.

„Das Verbot unserer Mahnwache ist nur das jĂŒngste Kapitel in Deutschlands langer Geschichte, den Nazi-Genozid auszunutzen, um kritische Stimmen zu kriminalisieren und zum Schweigen zu bringen, die sich solidarisch mit PalĂ€stina Ă€ußern“, sagte Tair B., Sprecherin der JĂŒdischen Stimme und eine der Organisator*innen der Kampagne. „Das Verbot der Kufiya und unserer Mahnwache zeigt, dass fĂŒr die deutsche Regierung und die Leitung von Buchenwald ‚Nie wieder‘ nicht ‚Nie wieder fĂŒr niemanden‘ bedeutet, sondern ‚Wieder fĂŒr manche‘.“

Die Kampagne wurde Anfang des Jahres öffentlich gemacht, um gegen das Verbot von SolidaritĂ€tssymbolen wie der Kufiya, dem Olivenzweig und der Wassermelone an der GedenkstĂ€tte sowie gegen andere Maßnahmen des Ortes vorzugehen, die die freie MeinungsĂ€ußerung ĂŒber den Völkermord in PalĂ€stina einschrĂ€nken. Unterdessen behaupten die deutschen Behörden weiterhin unter absurder Argumentation, dass die GedenkstĂ€tte „unpolitisch“ sein mĂŒsse und dass Angehörige der Opfer des deutschen Faschismus ihre Geschichte nicht wĂŒrdigen wĂŒrden, wenn sie sich gegen die Völkermorde von heute aussprechen.

„Als jĂŒdische, queere und andere Antifaschist*innen – viele von uns Kinder und Enkelkinder von Überlebenden sowie von Menschen, die im Nazi-Völkermord verfolgt und ermordet wurden – lehnen wir es von ganzem Herzen ab, dass der deutsche Staat Bedingungen fĂŒr das Gedenken diktiert“, kommentierte Rachael Shapiro von dem International Jewish Antizionist Network. „Durch ihr Beharren auf der Einzigartigkeit und der Exzeptionalisierung des Nazi-Genozids an den europĂ€ischen JĂŒd*innen bieten Buchenwald und andere ‚GedenkstĂ€tten‘ aktiv Deckung fĂŒr Deutschlands Beteiligung am Massenmord an PalĂ€stinenser*innen, u.a. durch die Finanzierung dessen.“

Sie fuhr fort: „Wir ehren das VermĂ€chtnis derer, die sich den Nazis widersetzt haben, indem wir uns heute organisieren – fĂŒr das Recht der PalĂ€stinenser*innen auf Widerstand gegen den zionistischen Faschismus, und um unsere moralische Verpflichtung zu verteidigen, solidarisch mit ihnen zu handeln.“

Die Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ geht gegen das Verbot vor Gericht vor und hĂ€lt weiterhin an ihren Kernforderungen fest – sie fordert die Buchenwald- und Mittelbau-Dora Gedenkstiftung auf:

1. Eine offene Thematisierung des Völkermords in Gaza in der GedenkstÀtte Buchenwald.

2. Kein Verbot palÀstinensischer Symbole in der GedenkstÀtte Buchenwald und keine Verunglimpfung dieser als antisemitisch.

3. Keine Haus- und Sprechverbote wegen PalÀstina-SolidaritÀt oder Kritik am Apartheidstaat Israel.

Webseite: kufiyas-in-buchenwald.org

Comments

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *