+++JĂŒd:innen aus der Kampagne âKufiyas in Buchenwaldâ veranstalten spontane Mahnwache auf dem GelĂ€nde des ehemaligen KZ Buchenwald trotz Verbot+++
Am Samstag versammelte sich eine Gruppe von JĂŒd:innen aus der Kampagne âKufiyas in Buchenwaldâ – unter ihnen Nachfahren von HolocaustĂŒberlebenden – in der GedenkstĂ€tte des ehemaligen KZ Buchenwald, um bei einer Mahnwache auf den derzeitigen Völkermord in PalĂ€stina aufmerksam zu machen. Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Weimar das Verbot der “Mahnwache fĂŒr die Opfer von Völkermord und Faschismus”, die fĂŒr den 12. April vorgesehen war, bestĂ€tigt.
âSie wollten, dass wir stattdessen in Weimar Seite an Seite mit zionistischen Protesten unsere Mahnwache abhalten. Dadurch sollte eine Situation konstruiert werden, bei der sich zionistische und antizionistische Gruppen in Weimar – wo die TĂ€ter von Buchenwald wohnten – gegenĂŒberstehen, um von der GedenkstĂ€tte selbst und ihrer Verantwortung abzulenken,â so Tair B. Anmelderin der verbotenen Mahwnache. “Das Spiel werden wir nicht mitspielen. Die Leitung der GedenkstĂ€tte muss im Fokus sein und zur Verantwortung gezogen werden fĂŒr ihre ideologische UnterstĂŒtzung des israelischen Völkermords.â
Der Beschluss des Gerichts erfolgte nach einem Eilantrag seitens der Kampagne, um gegen das ursprĂŒngliche Verbot der Versammlungsbehörde, die Mahnwache in Buchenwald abzuhalten, vorzugehen. Im Beschluss stĂŒtzt sich das Verwaltungsgericht vornehmlich auf die Argumentation der Stiftung GedenkstĂ€tte Buchenwald und behauptet, die in Buchenwald geplante Mahnwache der Kampagne âKufiyas in Buchenwaldâ â wo Reden von Nachfahren von HolocaustĂŒberlebenden gehört und jĂŒdische Gebete verlesen werden sollten â die WĂŒrde der Opfer von Buchenwald durch ein Ansprechen âaktueller Verbrechenâ verletzte. Â
âWas tatsĂ€chlich die WĂŒrde unserer Vorfahren verletzt, ist ihre Geschichte auszuhöhlen, um gegenwĂ€rtig die deutsche UnterstĂŒtzung israelischer Gewalt zu rechtfertigen,â sagt Thomas G., Sohn eines Auschwitz-Ăberlebenden. âMit ihren Handreichungen und ihrer autoritĂ€ren Bildungsarbeit bilden GedenkstĂ€tten wie die in Buchenwald die Grundlage fĂŒr Repressionen gegen eine Bewegung, die in Deutschland gegen Krieg und Genozid auf die StraĂen geht.â
Am Samstag versammelte sich eine Gruppe von JĂŒdinnen und Juden, die T-Shirts mit der Aufschrift “Jews Against Genocide” und “From Buchenwald to Gaza – Resistance until Liberation” trugen, in der GedenkstĂ€tte, um die KontinuitĂ€ten der Gewalt aufzuzeigen. Auf der Mahnwache machten sie auf die Dringlichkeit der Situation in PalĂ€stina und umliegenden LĂ€ndern, sowie auf die kontinuierliche Mitbeteiligung Deutschlands an Kriegsverbrechen aufmerksam.Â
âDieser Ort steht heute nicht fĂŒr die PrĂ€vention und Anerkennung von Völkermorden wĂ€hrend ihres Geschehens. Stattdessen stellt die GedenkstĂ€tte den deutschen Faschismus als ein singulĂ€res und unpolitisches Ereignis dar, um die politische und wirtschaftliche UnterstĂŒtzung des deutschen Staates fĂŒr den Apartheidstaat Israel zu rechtfertigen, wĂ€hrend dieser in PalĂ€stina Völkermord begeht,â sagt Rachael Shapiro vom International Jewish Antizionist Network.
Weitere Informationen zu den Forderungen der Kampagne unter https://kufiyas-in-buchenwald.org/Â und auf der Instagram-Seite @kufiyasinbuchenwald
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